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Versickerungsfähige Pflasterflächen planen: sieben Prüfpunkte mit DITON KOMBI AQUA

Versickerungsfähige Pflasterflächen planen: sieben Prüfpunkte mit DITON KOMBI AQUA

Fachwissen13.09.2026

Eine Einfahrt, ein Stellplatz oder ein Gartenweg muss nicht zwangsläufig zu einer vollständig versiegelten Fläche werden. Wasserdurchlässige Pflasteraufbauten können Regen am Ort des Niederschlags aufnehmen und zeitverzögert in den Untergrund weiterleiten. Damit das funktioniert, genügt aber kein „durchlässiger Stein“ allein. Oberfläche, Fugen, Bettung, Tragschichten und Baugrund müssen als zusammenhängendes System geplant werden.

Am Beispiel von DITON KOMBI AQUA zeigt dieser Beitrag, welche Entscheidungen vor Bestellung und Einbau wichtig sind. KOMBI AQUA arbeitet mit ausgeprägten Abstandhaltern und breiten Fugen. Diese Fugen bilden den Weg für das Niederschlagswasser; sie können laut Hersteller auch mit Substrat gefüllt und begrünt werden.

Hinweis: Der Beitrag bietet eine allgemeine Orientierung. Er ersetzt weder eine Entwässerungsplanung noch die Prüfung des Untergrunds, örtlicher Satzungen, wasserrechtlicher Vorgaben und der jeweils aktuellen Herstellerunterlagen.

Warum durchlässige Flächen relevant sind

Nach Angaben des Umweltbundesamtes sind rund 45 Prozent der Siedlungs- und Verkehrsflächen in Deutschland versiegelt. Auf versiegeltem Boden kann Regen nur eingeschränkt versickern. Das beeinflusst die Grundwasserneubildung und kann bei starken Niederschlägen zu höheren Abflussspitzen beitragen. Gleichzeitig fehlt die Verdunstung, die in heißen Perioden zur Kühlung der Umgebung beitragen könnte.

Wasserdurchlässige Beläge sind deshalb ein Baustein naturnaher Regenwasserbewirtschaftung. Das Umweltbundesamt nennt daneben beispielsweise Grünflächen, Mulden, Versickerungsgräben und Gründächer. Entscheidend ist: Nicht jede Fläche muss dieselbe Aufgabe allein erfüllen. Ein gut geplantes Grundstück kombiniert mehrere Elemente und hält Regenwasser möglichst dort zurück, wo es anfällt.

Breite Fuge oder wasserdurchlässiger Stein?

Bei versickerungsfähigem Pflaster gibt es unterschiedliche Funktionsprinzipien. Manche Betonsteine besitzen selbst eine poröse Struktur. Bei einem Fugenpflaster wie KOMBI AQUA läuft das Wasser dagegen hauptsächlich durch die vergrößerten Zwischenräume zwischen den Steinen. Die Abstandhalter sorgen dafür, dass die dafür notwendige Fugenbreite beim Verlegen erhalten bleibt.

Diese Unterscheidung ist praktisch wichtig. Wird eine breite Fuge später mit ungeeignetem, sehr feinem Material zugesetzt, nimmt ihre Durchlässigkeit ab. Ebenso wenig hilft eine offene Fuge, wenn darunter eine dichte Bettung oder eine nicht versickerungsfähige Tragschicht liegt. Die sichtbare Oberfläche ist also nur die oberste Ebene des Entwässerungssystems.

1. Nutzung und Belastung vorab festlegen

Bevor der Aufbau dimensioniert wird, muss die Nutzung feststehen: Geht es um einen Fußweg, eine Terrasse, einen privaten Stellplatz oder eine gelegentlich befahrene Garagenzufahrt? DITON beschreibt KOMBI AQUA 6 für Wege, Terrassen, Flächen rund ums Haus und Bereiche mit geringer Verkehrsbelastung. Genannt wird auch die gelegentliche Befahrung durch Fahrzeuge bis 3,5 Tonnen.

Die Angabe bezieht sich nicht nur auf den Stein. Ob die fertige Fläche die Last dauerhaft trägt, hängt wesentlich von Untergrund, Tragschichtdicke, Verdichtung, Randeinfassung und Entwässerung ab. Bei regelmäßigem Schwerverkehr oder besonderen dynamischen Lasten ist daher ein anderer, projektspezifisch bemessener Aufbau erforderlich.

2. Versickerungsfähigkeit des Bodens prüfen

Regen kann nur in dem Maß versickern, in dem der Untergrund Wasser aufnehmen kann. Sandige Böden verhalten sich anders als bindige, tonreiche Böden. Auch ein hoher Grundwasserstand, Altlasten, Hanglagen oder angrenzende Keller können die Lösung beeinflussen. Deshalb sollte vor der Ausführung geprüft werden, ob eine vollständige Versickerung am vorgesehenen Ort technisch und rechtlich möglich ist.

Ist der Baugrund nur begrenzt aufnahmefähig, braucht die Fläche möglicherweise zusätzlichen Speicherraum, einen gedrosselten Ablauf oder die Kombination mit einer Mulde beziehungsweise Rigole. Bei möglicher Verunreinigung des Niederschlagswassers kann eine geeignete Filterstufe nötig werden. Solche Entscheidungen gehören in die Entwässerungsplanung; sie sollten nicht erst getroffen werden, wenn die Pflastersteine bereits geliefert wurden.

3. Den gesamten wasserdurchlässigen Aufbau planen

Ein funktionsfähiger Aufbau lässt sich gedanklich von unten nach oben prüfen:

Wichtig ist außerdem ein ausreichender Abstand zu Gebäuden und empfindlichen Bauteilen. Wasser soll gezielt in geeignete Bereiche gelangen und nicht unkontrolliert an Kellerwände oder Fundamente geführt werden. Gefälle, Rinnen und Randanschlüsse müssen daher gemeinsam mit der Versickerungsfläche betrachtet werden.

4. Formatmix und Menge richtig berechnen

KOMBI AQUA 6 besteht aus drei Formaten mit 6 cm Höhe: 100 × 200 mm, 200 × 200 mm und 300 × 200 mm. Der Hersteller kombiniert die Formate innerhalb einer Verlegelage. Für eine saubere Mengenplanung sollte deshalb nicht die Stückzahl eines einzelnen Formats hochgerechnet werden, sondern die angebotene Fläche pro Lage beziehungsweise Palette.

Die aktuelle DITON-Produktseite nennt 10,8 m² pro Palette und ein Flächengewicht von etwa 122 kg/m². Zu der geometrisch ermittelten Nettofläche kommen Randzuschnitte, Anschlüsse und eine angemessene Reserve. Bei verwinkelten Grundrissen ist der Verschnitt regelmäßig höher als auf einer einfachen rechteckigen Fläche.

Für ein ruhiges Farbbild empfiehlt es sich grundsätzlich, Betonpflaster beim Verlegen aus mehreren Lagen oder Paletten gemischt zu entnehmen. Natürliche Schwankungen von Ausgangsstoffen und Erhärtung können sonst dazu führen, dass einzelne Lieferlagen optisch als Felder sichtbar bleiben.

5. Fugen passend zur gewünschten Funktion ausbilden

Die breite Fuge kann mineralisch und wasserdurchlässig gefüllt oder als begrünter Zwischenraum angelegt werden. Bei einer Begrünung wird geeignetes Substrat eingebracht und eingesät. Diese Variante verbindet befestigte Nutzbarkeit mit sichtbaren Grünanteilen, benötigt aber Pflege und in trockenen Perioden gegebenenfalls Wasser.

Unabhängig von der Gestaltung darf das Fugenmaterial die Wasserwege nicht verschließen. Ungeeignete feine Sande, eingeschwemmter Boden und organische Ablagerungen können den Durchfluss schrittweise reduzieren. Bereits bei der Materialauswahl sollte deshalb festgelegt werden, wie die Fugen später gepflegt und bei Bedarf erneuert werden können.

6. Wartung von Anfang an mitdenken

Versickerungsfähige Flächen sind nicht wartungsfrei. Laub, Staub, Erde, Reifenabrieb und Moos sammeln sich bevorzugt in den offenen Bereichen. Werden sie nicht entfernt, nimmt die Durchlässigkeit ab. Regelmäßiges Kehren, das Entfernen von Bewuchs an unerwünschten Stellen und eine Kontrolle nach Starkregen helfen, die Funktion zu erhalten.

Warnzeichen sind länger stehende Pfützen, deutlich langsameres Abtrocknen einzelner Bereiche oder ausgespülte Fugen. Dann sollte nicht einfach dichtes Material nachgefüllt werden. Zuerst ist zu klären, ob nur die Fugen zugesetzt sind oder ob Bettung, Tragschicht beziehungsweise Ablaufweg betroffen sind.

7. Örtliche Regeln und Gebühren getrennt prüfen

Ob und wie eine durchlässige Fläche bei Niederschlagswassergebühren berücksichtigt wird, entscheidet die örtliche Regelung. Die Stadt Stuttgart nennt als konkretes Beispiel: Eine versickerungsfähige befestigte Fläche, die weiterhin an den Kanal angeschlossen ist und einen Versiegelungsgrad von höchstens 50 Prozent beziehungsweise einen Abflussbeiwert bis 0,5 aufweist, wird dort nur zu 50 Prozent in die Berechnungsfläche einbezogen. Nicht an den Kanal angeschlossene Flächen werden nach der dort beschriebenen Regel grundsätzlich nicht berechnet.

Diese Stuttgarter Regel ist kein bundesweit übertragbarer Anspruch. Eigentümer sollten vor dem Umbau bei der zuständigen Kommune nachfragen, welche Nachweise, Flächendaten und technischen Bedingungen gelten. So lässt sich vermeiden, dass eine baulich gute Lösung später wegen fehlender Dokumentation nicht anerkannt wird.

Checkliste vor der Bestellung

Das wichtigste Ergebnis lautet: Wasserdurchlässiges Pflaster ist keine isolierte Produkteigenschaft, sondern eine Funktion des vollständigen Aufbaus. Wenn Untergrund, Tragschichten, Fugen und Pflege zusammenpassen, kann eine befestigte Fläche Wasser aufnehmen, den Oberflächenabfluss mindern und gleichzeitig als Weg, Terrasse oder Stellplatz dienen.

Quellen und weiterführende Informationen

Quellen geprüft am 13.09.2026. Maßgeblich sind die zum Planungs- und Ausführungszeitpunkt aktuellen Herstellerunterlagen und örtlichen Vorgaben.

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